Ein Stausack (auch Luftpolstersack oder Dunnage Bag) funktioniert nur, wenn seine Größe zum Freiraum passt, den er ausfüllen soll. Ein zu kleiner Sack erreicht die Ladung nicht oder drückt nur mit einer winzigen Fläche dagegen. Ein zu großer Sack wölbt sich über die Paletten und scheuert an Dach oder Bordwand. Dieser Praxisleitfaden zeigt, wie Sie die Lücke zwischen Paletten messen, wie Sie anhand einer Tabelle die richtige Stausack-Größe aus dem Viskom-Sortiment wählen, welcher Fülldruck gilt, wie Sie den Sack richtig aufblasen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Wenn Sie neu im Thema sind, beginnen Sie mit unserem Überblick „Ladung in Containern schützen: Stausäcke und Ladungssicherung“. Dieser Artikel ist der nächste Schritt: konkrete Größen, Zahlen und ein klarer Ablauf.
Wie ein Stausack wirkt und warum die Größe entscheidet
Ein Stausack ist ein zweilagiger Sack mit Ventil. Er wird in den Hohlraum zwischen den Packstücken gelegt und mit Luft gefüllt. Der Sack drückt die Ladung zur Seite, sodass Paletten, Kisten oder Fässer beim Bremsen, in Kurven oder bei Seegang nicht verrutschen. Die Haltekraft hängt von zwei Faktoren ab: dem Innendruck und der Fläche, mit der der Sack an der Ladung anliegt.
Genau hier liegt die größte Falle. Bläht sich ein Sack in einer breiten Lücke auf, runden sich seine Ränder ab, und ein Teil des Gewebes berührt die Ladung nicht mehr. Je breiter die Lücke, desto kleiner die wirksame Fläche. Deshalb arbeitet derselbe Sack in einer 15-cm-Lücke gut und ist in einer 40-cm-Lücke fast wirkungslos.
Was über die Viskom-Stausäcke bekannt ist
Alle folgenden Angaben stammen von den Produktseiten im Viskom-Katalog für Stausäcke:
- Aufbau: Innenlage aus Polyethylen (PE), 70 µm; Außenlage aus laminiertem Polypropylen-Gewebe, 100 g/m². Der Sack hat ein Füll- und Entlüftungsventil.
- Größen: Breiten von 600 bis 1500 mm, Längen von 600 bis 3000 mm. Besonders gefragt sind 900×1200 mm und 900×1800 mm.
- Lücke: Laut Kategoriebeschreibung füllen die Säcke je nach Größe Hohlräume von 10 bis 60 cm Breite.
- Druck: In den Eigenschaften ist ein Wert von 2,9 PSI angegeben (etwa 0,2 bar).
- Festigkeitsstufe: Die meisten Artikel sind Level 1; einzelne Größen gibt es auch in Level 2 und 3.
- Temperaturbereich laut Eigenschaften: −60 bis +60 °C. Die Säcke sind wasserdicht und bei richtiger Handhabung wiederverwendbar.
- Einsatz: Straßen-, Bahn- und Seetransport. Für Luftfracht werden Stausäcke nicht verwendet.
Schritt 1: Die Lücke richtig messen
Die Sackgröße wählen Sie nach der tatsächlichen Lücke, nicht nach Augenmaß. So gehen Sie vor:
- Erst fertig beladen. Messen Sie, wenn alle Paletten an ihrem endgültigen Platz stehen und nicht mehr mit dem Stapler bewegt werden.
- An drei Höhen messen: unten, in der Mitte und oben am Stapel. Paletten stehen selten exakt gerade, oben ist die Lücke oft breiter als am Boden.
- Über die ganze Länge messen. Ist die Lücke keilförmig, gilt die breiteste Stelle.
- Ladungshöhe messen, und zwar auf beiden Seiten der Lücke. Sie brauchen sie für die Wahl der Sacklänge. Sind die Stapel unterschiedlich hoch, nehmen Sie den niedrigeren.
- Oberflächen prüfen. Nägel, Palettenecken, Stahlband oder scharfe Verpackungskanten können den Sack durchstoßen. Decken Sie solche Stellen mit Karton oder Wellpappe ab.
Ist die Lücke kleiner als 10 cm, ist ein Stausack dort nicht nötig, denn solche Spalten füllen Sie besser mit anderen Mitteln. Ist sie breiter als 60 cm, verkleinern Sie sie zuerst: Rücken Sie die Paletten zusammen oder setzen Sie eine formschlüssige Sperre ein, und legen Sie erst dann den Sack ein.
Tabelle: Stausack-Größe nach Lückenbreite
Die 2,5-Regel: Sackbreite
Als Faustregel eignet sich eine Ergänzung, die die UNECE für den Verhaltenskodex zum Packen von Güterbeförderungseinheiten (CTU-Code) vorgeschlagen hat: Weder Breite noch Höhe des Sacks sollen kleiner sein als das 2,5-Fache der zu füllenden Lücke. Eine 20-cm-Lücke braucht also einen mindestens 50 cm breiten Sack, eine 30-cm-Lücke einen mindestens 75 cm breiten.
Die folgende Tabelle wendet diese Regel auf die Sackbreiten im Viskom-Sortiment an. Sie dient der Vorauswahl. Prüfen Sie die endgültige Wahl immer anhand der Produktseite und der Kennzeichnung auf dem Sack.
| Lücke zwischen der Ladung | Mindestbreite des Sacks (×2,5) | Breite im Viskom-Sortiment | Beispielgrößen, mm |
|---|---|---|---|
| 10–20 cm | 25–50 cm | 600 mm und breiter | 600×900, 600×1200, 600×1500, 600×1800 |
| 20–24 cm | 50–60 cm | 600 mm (Grenzbereich), besser 760–900 mm | 760×1520, 900×1200, 900×1500 |
| 24–30 cm | 60–75 cm | 760, 900, 910 mm | 760×1520, 900×1800, 910×1830 |
| 30–36 cm | 75–90 cm | 900–910 mm und breiter | 900×1800, 900×2100, 1200×1500 |
| 36–48 cm | 90–120 cm | 1200 mm und breiter | 1200×1200, 1200×1800, 1200×2400 |
| 48–60 cm | 120–150 cm | 1500 mm | 1500×1500, 1500×2100, 1500×2400 |
| über 60 cm | — | außerhalb des von Viskom angegebenen Bereichs | zuerst die Lücke verkleinern |
Sacklänge und Ladungshöhe
Stausäcke werden meist mit der langen Seite senkrecht eingesetzt. Die wirksame Höhe des Sacks darf die Ladungshöhe nicht überschreiten, sonst bläht sich der obere Teil über den Paletten auf und hält nichts. Dieselben UNECE-Vorschläge nennen eine Formel für die maximale Sackhöhe: Sackhöhe = Ladungshöhe + 1,07 × Lücke (genauer: (π − 1) / 2 × Lücke). Beim Aufblasen wird der Sack etwas „kürzer“, deshalb darf er etwas länger sein, als die Ladung hoch ist.
Beispiel 1. Paletten 1,5 m hoch, Lücke 18 cm. Mindestbreite: 18 × 2,5 = 45 cm, also passt eine Breite von 600 mm. Maximale Länge: 1,5 + 1,07 × 0,18 ≈ 1,69 m. Geeignet sind 600×1500 oder 600×1650 mm.
Beispiel 2. Paletten 2,0 m hoch, Lücke 30 cm. Mindestbreite: 75 cm, also 760, 900 oder 910 mm. Maximale Länge: 2,0 + 1,07 × 0,3 ≈ 2,32 m. Ein Sack mit 900×2100 mm passt, 900×2400 mm ist bereits zu hoch.
Wie viel Fläche tatsächlich wirkt
Der CTU-Code liefert eine einfache Formel für die Kontaktfläche zwischen Sack und Ladung: A = (Breite − 1,57 × Lücke) × (Höhe − 1,57 × Lücke). Sie zeigt deutlich, warum die Breite zählt. In einer 20-cm-Lücke liegt ein Sack mit 600×1800 mm mit etwa 0,43 m² an, ein Sack mit 900×1800 mm mit etwa 0,87 m², also doppelt so viel. Bei gleichem Druck hält der zweite Sack doppelt so viel.
Für die genaue Haltekraft brauchen Sie zusätzlich den Berstdruck des jeweiligen Modells. Der CTU-Code multipliziert ihn mit der Kontaktfläche und einem Sicherheitsfaktor von 0,75 für Einwegsäcke bzw. 0,5 für wiederverwendbare Säcke. Auf den Produktseiten ist kein Berstdruck angegeben; fragen Sie ihn bei schweren Ladungen bei einem Viskom-Berater an.
Welcher Fülldruck ist nötig?
Was in den Eigenschaften steht
In den Eigenschaften der Viskom-Stausäcke sind 2,9 PSI angegeben, also etwa 0,2 bar. Richten Sie sich nach diesem Wert und nach der Kennzeichnung auf dem Sack. Der CTU-Code verlangt vor allem eines: die Herstellerangaben zu Fülldruck und maximaler Lücke genau einzuhalten.
Warum „etwas mehr“ keine gute Idee ist
Der Sack wird auf Betriebsdruck mit nur leichtem Überdruck gefüllt. Ist der Druck zu niedrig, kann der Sack erschlaffen, wenn es kälter wird oder der Luftdruck steigt. Ist er zu hoch, kann der Sack platzen oder die Ladung beschädigen, wenn es wärmer wird oder der Luftdruck sinkt, etwa auf einem Gebirgspass. Berücksichtigen Sie deshalb die Route: Transporte aus einem kalten Lager in eine warme Region oder über die Berge erfordern besondere Aufmerksamkeit beim Druck.
Festigkeitsstufe (Level)
Stausäcke werden mit Festigkeitsstufen von Level 1 bis 5 nach den Kriterien der Association of American Railroads (AAR) gekennzeichnet. Je höher die Stufe, desto belastbarer der Sack. Bei Viskom sind die meisten Größen Level 1, für einzelne Artikel gibt es Level 2 und 3. Bei sehr schwerer Ladung oder im Bahntransport mit stärkeren Stößen sprechen Sie die Stufe mit einem Berater ab.
Stausack aufblasen: Schritt für Schritt
- Druckluft vorbereiten. Sie benötigen einen Kompressor und eine Füllpistole mit Schnellkupplung für Stausäcke. Laut Hersteller passt die Pistole an Standard-Druckluftanschlüsse und saugt Umgebungsluft mit an, was den Kompressor entlastet. Die Füllgeschwindigkeit hängt von der Kompressorleistung und dem Volumen des Druckluftbehälters ab.
- Leeren Sack einlegen. Legen Sie ihn glatt in die Lücke, mit dem Ventil zu Ihnen, damit Sie es auch nach dem Schließen der Türen erreichen. Der Sack darf nicht gefaltet am Boden liegen oder an scharfen Ecken anliegen.
- In der Höhe mittig ausrichten. Der Sack soll die Ladung in der Mitte des Stapels abstützen, nicht nur unten oder oben.
- Auf Betriebsdruck füllen. Setzen Sie die Pistole auf das Ventil und füllen Sie, bis der Sack die Lücke fest ausfüllt. Überschreiten Sie den vom Hersteller angegebenen Druck nicht.
- Ventil schließen und prüfen. Der Sack soll prall und gerade sitzen und nicht über die Ladung hinausragen. Drücken Sie mit der Hand dagegen: Die Ladung auf beiden Seiten darf sich nicht bewegen.
- Nach der Zustellung entlüften. Öffnen Sie das Ventil, falten Sie den Sack und bewahren Sie ihn für die nächste Fahrt auf. Beschädigte Säcke nicht wiederverwenden.
Typische Fehler
- Stausack an der Tür. Der CTU-Code rät davon ab, einen Stausack ohne zusätzliche Maßnahmen in die Lücke an der Tür zu setzen, da er die Türen beim Öffnen heftig aufdrücken kann. An der Tür gehört eine formschlüssige Sperre hin.
- Zu schmaler Sack für eine breite Lücke. Der Sack rundet sich ab, die Kontaktfläche sinkt, die Ladung wandert. Prüfen Sie die 2,5-Regel.
- Sack höher als die Ladung. Der obere Teil bläht sich über den Paletten auf, der Druck verteilt sich ungleichmäßig, das Gewebe scheuert am Dach.
- Scharfe Kanten. Nägel, Bänder und Palettenecken durchstoßen den Sack unterwegs. Decken Sie sie mit Karton ab.
- Überfüllen „zur Sicherheit“. Mehr Druck bringt keine zusätzliche Sicherheit, sondern erhöht das Risiko, dass der Sack bei Temperaturwechsel platzt.
- Lücke außerhalb des Bereichs. Unter 10 cm oder über 60 cm ist keine Aufgabe für einen Stausack. Ändern Sie zuerst das Ladeschema.
Womit Sie Stausäcke kombinieren sollten
Ein Stausack füllt Hohlräume zwischen den Packstücken, hält aber die Kartons innerhalb eines Stapels nicht zusammen. Für eine vollständige Ladungssicherung kombinieren Sie ihn mit weiteren Mitteln:
- Antirutsch-Zwischenlagenpapier zwischen den Kartonlagen auf der Palette verhindert das Abrutschen. Mehr dazu im Artikel „Antirutschpapier für Paletten“;
- Umreifen hält die Kartons im Stapel zusammen. Wie das geht, lesen Sie in „Umreifungsband: zuverlässige Fixierung und sichere Ladung“;
- formschlüssige Sperren an Türen und Bordwänden, zum Beispiel ein Wistra-Sperrbalken aus Aluminium. Weitere Optionen finden Sie unter Mittel zur Ladungssicherung.
Wie Stausäcke speziell bei Paletten wirken, haben wir im Artikel „Palettensicherung mit Stausäcken“ beschrieben.
Häufige Fragen
Welchen Stausack nehme ich, wenn die Lücken im Lkw unterschiedlich sind?
Wählen Sie für jede Lücke einen eigenen Sack nach der Tabelle. In der Praxis lohnt es sich, zwei bis drei Größen vorrätig zu haben, etwa 600 mm Breite für schmale und 900 mm für breitere Lücken.
Kann ich zwei Säcke in eine breite Lücke legen?
Besser verkleinern Sie zuerst die Lücke, indem Sie die Ladung umstellen, oder nehmen einen breiteren Sack. Wenn Sie doch mehrere Säcke einsetzen, muss jeder die 2,5-Regel für seinen Teil der Lücke erfüllen. Bei ungewöhnlichen Ladeschemata fragen Sie einen Viskom-Berater.
Wie oft kann ein Stausack wiederverwendet werden?
Laut Viskom sind die Säcke wiederverwendbar; die Lebensdauer hängt von der richtigen Handhabung ab. Prüfen Sie Gewebe und Ventil vor jeder Fahrt. Einen Sack mit Schnitt, Loch oder defektem Ventil dürfen Sie nicht verwenden.
Kann ich einen Stausack ohne Füllpistole aufblasen?
Sie brauchen eine Druckluftquelle und ein Werkzeug, das zum Ventil passt. Die Viskom-Pistole ist genau auf die Ventile dieser Säcke ausgelegt, damit geht das Befüllen am schnellsten und bequemsten.
Eignen sich Stausäcke für Seecontainer?
Ja. Laut Viskom werden die Säcke im Straßen-, Bahn- und Seetransport eingesetzt; sie sind wasserdicht und für hohe Luftfeuchtigkeit geeignet. Für Luftfracht werden Stausäcke nicht verwendet.
Fazit
Die Wahl des richtigen Stausacks erfolgt in drei Schritten. Messen Sie die breiteste Stelle der Lücke und die Ladungshöhe. Wählen Sie einen Sack, der mindestens 2,5-mal so breit ist wie die Lücke und dessen Länge nicht über die Ladungshöhe hinausgeht. Füllen Sie ihn auf den vom Hersteller angegebenen Druck, ohne zu überfüllen. Größen von 600×600 bis 1500×3000 mm sowie eine Füllpistole finden Sie im Viskom-Katalog für Stausäcke. Wenn Sie bei Größe oder Stufe unsicher sind, senden Sie einem Berater die Lückenmaße und die Ladungshöhe, und er hilft Ihnen bei der Auswahl.
Lesen Sie auch: